ITB 2026: Balearen präsentieren Kultur als Schlüsselelement ihrer Tourismusstrategie

ITB 2026: Balearen präsentieren Kultur als Schlüsselelement ihrer Tourismusstrategie

News Tourismus

Im Rahmen der diesjährigen ITB präsentierten die Präsidentin der Balearen, Margalida Prohens, und der Minister für Tourismus, Kultur und Sport, Jaume Bauzà, am Balearen-Stand Strategien, Erfolge und zukünftige Initiativen der Balearen im Bereich des nachhaltigen Tourismus und der Kultur.

Zum Auftakt des ersten Messetages betonte die Präsidentin der Balearen, Margalida Prohens, erneut die Bedeutung des deutschen Marktes. Dieser mache auf den Balearen 25-30 Prozent des internationalen Tourismus aus. Die Balearen setzen bei ihrer Strategie weiterhin auf hochwertigen Tourismus, der besonders auf Nachhaltigkeit und eine gleichmäßige Verteilung der Besucher über die Nebensaison abzielt. In diesem Zusammenhang betonte Prohens, dass der deutsche Markt „voll und ganz im Einklang“ mit der nachhaltigkeitsorientierten Ausrichtung der Region stehe.

Für die vor rund einem Jahr beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Massentourismus wie etwa die Beschränkungen bei Übernachtungen, Kontrolle illegaler Angebote von Ferienunterkünften, Begrenzung der Kreuzfahrtschiffe und die Förderung der Saisonentzerrung habe man laut Prohens erfolgreich die ersten Schritte in die Wege geleitet, etwa durch mehr Kontrollmaßnahmen, die Einführung von Strafen oder die die Vereinbarung eines Abkommens mit den Kreuzfahrtgesellschaften.

Seit Dezember letzten Jahres führten die Balearen diesen Wandel auch auf europäischer Ebene an, nachdem der Europäische Ausschuss der Regionen einstimmig die von den Inseln eingebrachte Stellungnahme „Hin zu einem nachhaltigen und resilienten Tourismus in der Europäischen Union“ angenommen hat. Diese soll die Tourismusstrategie der Europäischen Kommission neu ausrichten. Im Mittelpunkt stehen eine bessere Steuerung der Besucherströme mit Fokus auf Qualität statt Quantität, eine partizipative Steuerung sowie die Integration des Tourismus in den ökologischen und zirkulären Wandel. Zudem dienen Innovation, Talentförderung, spezifische EU-Finanzierungsinstrumente für Transformationsregionen und eine Inselklausel dazu, differenzierte politische Maßnahmen für Inselregionen zu ermöglichen. 

„Heute stellen wir fest, dass die Balearen die Ziele ihrer Strategie auf dem deutschen Markt erreicht haben und dass sie als unser wichtigster Markt ausschlaggebend für eine Ausgewogenheit waren (…)“, zog Prohens in ihrem Diskurs Bilanz über die aktuelle Situation.

Rückgang der Hochsaison-Besucher bei steigendem Profit

Im Jahr 2025 kamen 4,92 Mio. deutsche Reisende auf die Balearen, ein Rückgang von 1,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders in den Spitzenmonaten Juni bis September fehlten rund 177.000 Besucher, während die Einreisen in der Zwischen- und Nebensaison um etwa 80.000 zunahmen. Trotz des Rückgangs stiegen die Ausgaben und der Profit pro Reisendem.

Rekord-Nebensaison stützt Wirtschaft und Beschäftigung

Von November bis März verzeichneten die Balearen mit 677.622 deutschen Besuchern die beste Neben- und Zwischensaison ihrer Geschichte, ein Plus von 13,3 %. Gleichzeitig sank die Zahl der deutschen Touristen in der Hochsaison um 6,6 %. Durch die Verlagerung der Nachfrage in die Nebensaison konnte die Balearen-Strategie zur Entlastung der Spitzenmonate erfolgreich umgesetzt werden, ohne Wirtschaft und Beschäftigung zu beeinträchtigen.

Balearen setzen auf Innovation und Kultur zur Tourismussteuerung

Prohens sprach im Rahmen der Pressekonferenz zudem vom Digitalen Zwilling, der eine bessere Verwaltung von Ressourcen und Notfällen sowie eine intelligente Steuerung des Tourismus ermögliche. Ein Teilprojekt, der digitale Tourismus-Zwilling, nutzt Daten und KI, um Besucherströme in Echtzeit zu überwachen und bei Überlastung Warnungen auszugeben. Parallel dazu werde die kulturelle Vielfalt der Inseln als ganzjähriges Tourismusangebot weiter gestärkt, wie durch die in diesem Jahr anstehende Art Cologne Palma, die wichtigste Messe für zeitgenössische Kunst, die vom 9. Bis 12. April zum ersten Mal in Palma stattfindet.

Auch Jaume Bauzà, Minister für Tourismus, Kultur und Sport hob die Wichtigkeit des deutschen Marktes hervor. Auch er betonte die erfolgreiche Verteilung der Besucher auf die Nebensaison, wodurch man dem Ziel der Saisonentzerrung im letzten Jahr deutlich nähergekommen sei.

Nebensaison: Spitzenmonate für Sporttourismus

Laut dem Minister ist Mallorca im Rad- Und Wandertourismus besonders in den Monaten mit geringerer Auslastung beliebt, wie etwa im März und April. Auch der Camí de Cavalls, ein bekannter Wanderweg auf Menorca, sei für Reisende außerhalb der Hochsaison besonders interessant. Ibiza und Formentera haben durch ihr hochwertiges Gastronomie- und Veranstaltungsangebot im vergangenen Jahr viele anspruchsvolle Reisende angezogen.

Kultur und Sport maßgebliche Strukturelemente des Tourismusmodells

„Kultur und Sport spielen eine strategische Rolle. Sie stellen keine Ergänzungen zum Tourismus dar, sondern sind vielmehr Strukturelemente des neuen Modells“, betonte Bauzà während der Pressekonferenz. Eine Investition in Kultur bedeute, Identität und Einzigartigkeit zu vermitteln, in Sport zu investieren bedeute Gesundheit und eine internationale Ausrichtung. Kulturell hob er besonders die Art Cologne in Palma hervor, an der 90 Galerien aus 20 verschiedenen Ländern teilnehmen werden. Ausgetragen wird die Messe im Palacio de Congresos de Palma. Weitere kulturelle Highlights werden Veranstaltungen wie die „Conecta Fiction“ sowie ein umfangreiches internationales Sportangebot sein. 

Balearen 2026: Innovation, Qualität und Talente als Leitlinien des Tourismus

Die Balearen setzen 2026 auf drei zentrale Säulen für einen nachhaltigen Tourismus: Innovation, soziale Verantwortung und berufliche Exzellenz. Mit dem digitalen Zwilling (4,6 Mio. Euro) können Besucherströme, Wasserressourcen und Naturschutz effizient gemanagt werden, während ein strategisches Abkommen mit Kreuzfahrtgesellschaften und ein neues Dekret die Hochsaison entschärfen, die Saisonentzerrung fördern und auf Qualität statt Quantität setzen. Gleichzeitig fließen 3,3 Mio. Euro in die Ausbildung und Förderung touristischer Fachkräfte, u. a. durch die Modernisierung der Hotelfachschule der Balearen (Escola d’Hosteleria), um die Branche zukunftsfähig und attraktiv zu gestalten. Ziel sei laut Jaume Bauzà ein verantwortungsvoller Tourismus, der Kultur, Identität und das Zusammenleben mit Einheimischen stärkt und jede Reise zu einem hochwertigen Erlebnis macht.